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Autor Thema: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut  (Gelesen 20783 mal)

Brine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #210 am: 10. August 2018, 10:16:27 »

Da werden sich sicherlich kluge Wege finden lassen, wenn man denn willens ist. Ich als Käufer kaufe keinen PSSMler, soviel ist sicher. Ich hab das Elend mehrfach gesehen, trotz das die nicht überfüttert waren und alles Erdenkliche getan wird.
Zumindest wären Gebäude, Mauke, Hufe schonmal ein Anfang. Ein Guddi wäre noch die Tragfähigkeit. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Eine gewisse Einsicht wäre schon ein Anfang, zum Wohle der Pferde.

Und zu Totilas. Ich hab gelesen, dass der irgend so ein Hybridpferd sei. Den zu reproduzieren sei wohl schwierig und war wohl ein Zufallsprodukt. Und das FN-Gehopse kann man wohl kaum als reiten betiteln. Das ist tierschutzwidrig und verwerflich und ist weit weg von klassischer Ausbildung. Ich gucke mir diesen Schund nicht mehr an. Und erst recht nicht, wenn man zu Zeiten von Klimke und Neckermann groß geworden ist.
Wenn ein Pferd von Natur aus den Bewegungsablauf nicht mitbringt, kann man wohl machen was man will.
Zudem war mein RL mal bei den Holländern um sich ein Pferd anzusehen und erzählte von einer sehr merkwürdigen Situation.
Man kam auf den Hof, ein Pferd stand in einer Vorrichtung und piaffierte alleine, ein Typ daneben mit einem Dings in der Hand. Man hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht das zu verstecken.
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KZimmer

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #211 am: 10. August 2018, 10:28:43 »

Brine,

stop, nicht gegen alle schießen: wenn das "FN-Gereite" so durchgeführt würde, wie es gedacht ist/war, ist das kein schlechtes Reiten!
Und piaffieren zwischen Pilaren ist durchaus in der klassischen Ausbildung vertreten! Das "Dings" müsstest Du mal näher beschreiben, wenn ein Typ ein Dings in der Hand hat, denke ich an vieles, auch an nicht jugendfreie Sachen ;) ;D
Wer unbedingt ein Reitpferd sucht, muss sich ja kein rheinisch-deutsches Kaltblut anschaffen, der kann sich ja bei leichteren Kaltblütern umsehen - es gibt ja Rassen genug.   
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Brine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #212 am: 10. August 2018, 11:12:25 »

Wenn solche "Größen" wie Werth und andere mal die eigenen Statuten lesen würden, würden sie wohl selbst drauf kommen, dass das weder mit der deutschen klassischen Lehre noch mit sonst etwas zu tun hat. Reiten in absoluter Aufrichtung, weggedrückter Rücken und Taktfehler, mit der Hand auf Kandare erzeugt, hat auch nichts mit Kampagneschule zu tun, nichts mit klassischer Lehre.
Wenn ich aktuell guten Reitern zuschauen müsste, dann würde ich das bei Ingrid Klimke tun. Ein kleiner Lichtblick.

Das Pferd stand angebunden, keine Pilaren, auf eine Art leitenden Boden und der Trainer drückte im Takt des Pferdes einen Knopf. Ich habe mich mehrfach Rückversichert, ob der Boden stromleitdend gewesen sei. Er sagte, dass die Holländer da wohl nicht zimperlich wären ein Pferd so auszubilden. Und das war wohl ein Verkaufsstall im gehobenen Segment.


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Kokol

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #213 am: 10. August 2018, 11:20:44 »

Brine,

stop, nicht gegen alle schießen: wenn das "FN-Gereite" so durchgeführt würde, wie es gedacht ist/war, ist das kein schlechtes Reiten!

Sehe ich auch so. Mittlerweile hat sich da in den Köpfen ja schon wieder einiges zum Besseren geändert.

Bei uns zum die Ecke ist ja Uta Gräf (ihr Mann ist auch unser Pferdezahnarzt). Die gibt bei uns manchmal Lehrgänge und ich kenne einige, die ihre Pferde dort Einreiten und Bereiten lassen. Da kann ich sehen, dass auch erfolgreiches "FN-Gehopse" nicht zwangsläufig schlecht ist!
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KZimmer

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #214 am: 10. August 2018, 11:22:29 »

Nette Trainingsmethode! :o Aber geht mit Sicherheit viel schneller als der klassische Weg.
Eben, es ist nicht die Reitweise an sich, sondern was einzelne Reiter daraus machen - das ist ein Unterschied.
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Brine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #215 am: 10. August 2018, 12:47:05 »

Du hast vollkommen Recht, dass macht es trotzdem nicht besser.
Natürlich nicht alles negativ sehen, aber Schönreden auf Kosten der Pferde geht gar nicht. Dann taugt die Reiterei nichts mehr.
Da stellt sich einem doch die Frage, wer oder was da Richtungsweisend ist. Das ist die FN mit ihren Richtern, Ausbildern und der Strikten, konsequenten Einhaltung der eigenen Leitlinien. Und das ist ja offensichtlich seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall und immer weniger von den Funktionären haben keine Ahnung mehr von klassischer Pferdeausbildung. Und das ist der Punkt wo die FN für mich absolut unglaubwürdig wird und mir nur noch "Kirmesreiten" auf Kosten der Pferde einfällt. Die Junge Generation kann doch ein Losgelassenes Pferd von einem Pferd mit spannigen Tritten nicht mehr unterscheiden. Ist ja nicht spektakulär genug. Wie denn auch. Ich habs bei uns am Stall selbst erlebt, dass die Mitreiter die Halle jedes Mal demonstrativ verlassen haben, als Frau Reitlehrerin den Gaul geknebelt und zugeknallt mit Kinn auf Brust eine Stunde gequält hat.

Mein Pferd ist mitnichten spektakulär. Aber es ist mir ein Hochgenuss, wenn er mir locker einen so wunderbar zu sitzenden Trab anbietet, der Kamm sichtbar springt und das leichte Maul zufrieden schmatzt und man zu einer Einheit wächst.

"Das Reiten hinter der Senkrechten stellt den Tod allen Reitens dar. Geht das Pferd hinter der Senkrechten, ist das Reiten nichts wert. Wer etwas anderes behauptet, der hat vom Reiten eine falsche Vorstellung." Gert Schwabl von Gordon
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Pinto

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #216 am: 10. August 2018, 13:34:46 »

Die Junge Generation kann doch ein Losgelassenes Pferd von einem Pferd mit spannigen Tritten nicht mehr unterscheiden. Ist ja nicht spektakulär genug. Wie denn auch. Ich habs bei uns am Stall selbst erlebt, dass die Mitreiter die Halle jedes Mal demonstrativ verlassen haben, als Frau Reitlehrerin den Gaul geknebelt und zugeknallt mit Kinn auf Brust eine Stunde gequält hat.

Die junge Generation lernt und sieht es doch nicht anders. Da stehen schon Eltern und RL dahinter, den Kids die richtige Aggression und den Kampfgeist einzuimpfen. Sätze wie "dann tret dem halt mal in die Rippen" oder "brat dem mal die Gerte über, dass der weiß wo´s lang geht" sind doch heutzutage legitim. Das ist unsere Ellbogengesellschaft, egal ob im Beruf oder im Hobby....es muss, auf Teufel komm raus. Und die Richter wollen das zusammengezerrte Gestrampel und die verbissenen Gesichter wohl so sehen.
Warum werden so viele Rassen kaputtgezüchtet? Wozu brauche ich einen Edelbluthaflinger? Wenn ich sportlich reiten möchte kaufe ich mir ein deutsches Reitpony oder einen Welsh. Wen interessieren da noch Zuchtziele? Hauptsache der Absatz stimmt, auch wenn man Jahre später dann erkennt, dass es Müll war, weil organisch und ossal nichts zusammenpasst.

Noch eine Frage: Ist beim KB nicht von EPSM die Rede? Oder ist es in etwa das gleiche wie PSSM?

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Ylv

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #217 am: 10. August 2018, 14:03:04 »

Hier stehts ja schön beschrieben:

http://www.dai-shodan.de/PSSM-Polysaccharide-Storage-Myopathy.html

Ich rede schon immer von Pssm schon allein um die Sache nicht zu verkomplizieren. Kennen irgendwie sowieso zu wenig Leute...
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Pinto

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #218 am: 10. August 2018, 16:25:23 »

Hier stehts ja schön beschrieben:

http://www.dai-shodan.de/PSSM-Polysaccharide-Storage-Myopathy.html

Ich rede schon immer von Pssm schon allein um die Sache nicht zu verkomplizieren. Kennen irgendwie sowieso zu wenig Leute...

Dankeschön!
Ich kenne das PSSM von Quartern.
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Rh.Dt.KB

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #219 am: 13. August 2018, 05:58:02 »

Wer unbedingt ein Reitpferd sucht, muss sich ja kein rheinisch-deutsches Kaltblut anschaffen, der kann sich ja bei leichteren Kaltblütern umsehen - es gibt ja Rassen genug.   
Ja, ganz genau. Bzw der/die schaut sich gar nicht erst bei Kaltblütern um. Bei uns hier nimmt man einen Schweren Warmblüter wenn man ein ruhiges Reitpferd sucht.

Und dann gibts noch die Möglichkeit zu überlegen ob Reitsport für einen persönlich überhaupt die richtige Sportart ist.

M.E. gehen die meisten Beiträge hier am Thema vorbei. Und Warmblüter sind heute wesentlich rittiger als früher. Umzüchtungsprozess, Vollblutanteil, dagegen sind die heutigen doch Schlafmützen. Einreiten in den meisten Fällen kein Problem.
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MannisFine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #220 am: 13. August 2018, 19:35:29 »


Und Warmblüter sind heute wesentlich rittiger als früher.

Meinst Du wirklich? Nicht, daß ich davon besonders etwas verstünde, aber ich höre in meiner (FN-) Umgebung eigentlich gerade das Gegenteil - alle möchten gerne tolle Sportprodukte züchten. Das gelingt natürlich nur selten und das, was überbleibt, ist für den Reiter-Normalo kaum zu handeln. Das Interieur ist nicht mehr ausschlaggebend.

Du erlebst es offensichtlich anders.

Fine



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fara

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #221 am: 13. August 2018, 20:06:37 »

Ist auf jeden Fall so, dass man die MEISTEN "Sportprodukte" nicht eine Woche oder auch mehr auf der Koppel rumstehen lassen kann, um dann quietschvergnügt ins Gelände zu dümpeln ohne Temperamentsausbrüche.

Tja, und nun schauen wir uns mal in den Ställen um: will behaupten, die Pferde, die mehrmals täglich in der Woche bewegt geschweigedenn trainiert werden, sind vielerorts doch an einer Hand abzuzählen. Ein Großteil der Menschen hat ein Pferd, fährt mal hin, tüdelt bissl rum, und das wars dann auch schon. Ist ja irgendwo logisch, dass ein Leistungsprodukt damit körperlich und in den meisten Fällen auch geistig völlig unterfordert ist.

Freizeitpferde müssen vor allem mit ihrer vielen Freizeit klarkommen, ohne blöd im Kopf zu werden, das sind halt völlig andere Anforderungen als früher, als Pferde viel zu teuer waren, ums sie einfach irgendwo hin zu stellen und ab und zu mal was zu machen (oder auch nicht).
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MannisFine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #222 am: 13. August 2018, 22:35:42 »


Das sind zweifellos Argumente, @fara!
Ich sehe es ja, wie es bei mir ist - trotz aller guten Vorsätze! Deshalb habe ich ja auch ein Kaltblut:-; und verzichte von vornherein auf Gangwerk und Eleganz, die für meine Belange völlig nebensächlich sind.

Das war jetzt arg OT.

Fine
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Brine

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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #223 am: 13. August 2018, 22:40:03 »


Und Warmblüter sind heute wesentlich rittiger als früher.

Meinst Du wirklich? Nicht, daß ich davon besonders etwas verstünde, aber ich höre in meiner (FN-) Umgebung eigentlich gerade das Gegenteil - alle möchten gerne tolle Sportprodukte züchten. Das gelingt natürlich nur selten und das, was überbleibt, ist für den Reiter-Normalo kaum zu handeln. Das Interieur ist nicht mehr ausschlaggebend.

Du erlebst es offensichtlich anders.

Fine

Muss der lieben Fine recht geben. Man sehe sich doch diese neumodischen Giraffen-Weberknecht-Züchtungen mal an. Katastrophe.
Wo ist da nur die Tragkraft hingezüchtet worden? Das ist doch scheppern wie auf der Raupe auf der Kirmes: noch ne Runde, wer will nochmal... Huiiiii.... Und die lassen sich alle total gut durchstellen. Da muss man aufpassen, dass man denen nicht rein versehentlich das Genick bricht, falls man mal anpacken muss, oder die Beinchen. Es kommt der Tag wo die Reiter von diesen Modellen absteigen müssen, weil nichts mehr geht.
Und die Hengste werden doch schon seit Jahren nicht mehr an den sportlichen Leistungen der Nachzucht gemessen. Das schlimmste war eigentlich das herunterfahren der offiziellen Hengststationen und das es in die private Hand gegeben wurde.
Private müssen Profit erwirtschaften. Fatal für die Zucht.

So ist es fara. Mein Zosse hatte nur wenig Programm letztes Dreivierteljahr. Aber ich konnte mich jederzeit ohne Mucks draufsetzen.

Aber was der Kunde will, ich grinse mir heute schon einen und seh die schon zu Fuß laufen  ::)
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Re: Zuchtziel Rheinisch Deutsches Kaltblut
« Antwort #224 am: Gestern um 08:55:18 »

neumodischen Giraffen-Weberknecht-Züchtungen

Das hast Du jetzt aber wirklich schön gesagt, @Brine:-) Ich gebe zu, ich bin voreingenommen - für mich zählt "Rahmen" nach dem Motto "Wie der Herr, so's Gescherr".

Zitat
der offiziellen Hengststationen und das es in die private Hand gegeben wurde.
Private müssen Profit erwirtschaften. Fatal für die Zucht.

Ich stimme Dir auch in der Hinsicht zu. Da wird um des wirtschaftlichen Überlebens willen Arbeit von Jahrhunderten geopfert - für den Züchter habe ich Verständnis, für die politischen Rahmenbedingungen nicht. Zuletzt noch zu sehen am Beispiel von Dillenburg. Also, nicht, daß ich jetzt behaupten will, auch nur das Geringste von Pferdezucht zu verstehen.

Aber es ist schon eine Schande, daß die schweren (Reit-)Pferdetypen importiert werden müssen, nachdem man die eigene Zucht dieser Pferde fast vollständig aufgegeben hat. Ich hatte noch die Chance, auf schweren Warmblütern Reiten zu lernen.

Fine
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