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Autor Thema: Bodenarbeit im wandel der Zeit  (Gelesen 2378 mal)

Uranus

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Bodenarbeit im wandel der Zeit
« am: 07. Mai 2014, 12:00:08 »

Moin Moin

ich habe grade so ein Gedanken gehabt.

Meinen ersten Kontakt mit einen "Dicken" hatte ich ja mit ca 14 Jahren. Bei uns auf dem Hof standen 2 Stück und einer davon war mein Pflegepferd. Der war frisch von der Hengstweide, frisch gelegt gekommen. 3 Jahre alt

Der ärmste kannte gar nichts....Hufe geben? Was ist das? Vieles habe ich ihn damals beigebracht und er war auch sehr auf mich fixiert. Das ging soweit das ich 3 Wochen Hof Verbot bekommen habe, weil er sich vom Stallbesitzer nicht anschirren lassen wollte.

Er wurde eingefahren und auch geritten, aber Bodenarbeit wurde nicht wirklich mit ihm gemacht. Aber auch in anderen Ställen, habe ich Bodenarbeit nicht gesehen.

Ein Rappelsack zb hinterher ziehen...oder Langezügel. Gab es "damals" nicht

Die Pferde waren aber allesammt gut ausgebildet, gingen unterm Reiter gut bzw vor der Kutsche.

Heute...30 Jahre später sieht man die meisten wie sie mit ihren Pferd viel Bodenarbeit machen. Ich finde diese Entwicklung wirklich toll! Weil mir selber die Bodenarbeit viel Spaß bringt.... ich tüdel halt gerne neben dem Pferd mit dem Pferd rum, reiten war schon immer 2.rangig


Wie verhält es sich nun mit der Bodenarbeit? Elementar wichtig? Oder ein zuvernachlässiges Etwas?

Die Entwicklung geht ja auch weiter und Mensch lernt dazu. Und Bodenarbeit hat sich ja wirklich erfolgreich etabliert.

Versteht mich bitte nicht falsch, dass ich hier nun die Bodenarbeit nieder machen will. Das auf keinen Fall, weil ich selber Fan bin von Bodenarbeit....man kann so viel mit sein Hüh machen, da gibt es eigentlich keine Grenzen.

Aber ist ein Viel manches mal auch ein zuviel? Sollte man Pferd Pferd sein lassen in seiner Natur?

Es gibt ja durch aus die sehr ehrgeizigen Pferdebesitzer die mit ihren Hüh pauken was das Zeug hält....da wird Tag ein, Tag aus Bodenarbeit gemacht bis zu den perfekten Traversale nur mit Halsring oder andere Lektionen. Da wird in einen Forum was neues gelesen und schon wird das am nächsten Tag beim Pferd ausprobiert.


Ich für mich habe es in laufe der Jahre so gehalten, dass ich Bodenarbeit mache und auch für wichtig erachte, dabei aber das Reiten bzw Fahren im Vordergrund gestellt habe.

Wie sehr ihr das?



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SuperZicke1905

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #1 am: 07. Mai 2014, 12:35:27 »

also bei mir ist es so das bodenarbeit eine sehr große rolle spielt da meine als ich sie vor einem jahr kennenlernte das vertrauen zur menschheit verloren hatte...ich selber bin auch fan von diesen ganzen zirkuslektionen aber perfekt muss da nichts sein...ich mach es so wie sie es mir anbietet und gut...und die perfektion kommt mit der zeit...

dann kommt noch das fahren...
ich kann nicht fahren...
soweit ich weiß ist meine süße aber eingefahren...
aber jetzt mit "anhängsel" möchte ich da nichts probieren...

dann bleibt ja noch das reiten...
ja da ist jetzt pause...
wegen zu wenig muskulatur (ja ich gebs zu ich hab sie etwas zu lange im mutti-urlaub gehabt)...
daher jetzt auch wieder bodenarbeit mit stangentreten etc...

ich finde auch so die bodenarbeit wichtig weil ich selber mitbekommen wie wichtig es für die vertrauens-schiene ist und uns macht es einfach spaß...
also sie hat sich noch nicht beschwert... ;)
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Frau Z

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #2 am: 07. Mai 2014, 12:51:02 »

Wenn das Pferd immer brav und unerschrocken ist, einen gesunden starken Rücken hat und der Reiter genau weiß, was er im Sattel tun muß, um sein Pferd richtig zu gymnastizieren, dann kann er wohl auf Bodenarbeit verzichten, wenns ihm gar keinen Spaß macht.

Aber bei wem ist das schon so?

Bei uns war neulich die mobile Pferdewaage und die Betreiber haben uns erzählt, daß es besonders die Pferde aus den Sportreitställen seien, die im Durchschnitt am schwierigsten auf die Waage zu bekommen seien. Eben, weil man dort oft wenig von Bodenarbeit hält.
Ob die Besitzer dann auf die Waage geritten sind und sich danach noch mal ohne Pferd gewogen haben? Habe ich leider versäumt zu fragen, schade ;)

Ich habe Bodenarbeit zu schätzen gelernt, weil ich bei der Ausbildung meines Pferdes doch weitgehend allein vor mich hin wurschteln muß.
Vieles konnte ich meinem Pferd von unten aus ohne Probleme erklären und es war danach nur noch ein kleiner Schritt, es auch vom Sattel aus hinzubekommen.
Ich hätte ehrlich gesagt gar keinen Weg gewußt, ihr gleich von oben aus zu vermitteln, was ich von ihr will.

Wie oft man sein Pferd nun mit neuen Ideen konfrontieren sollte, muß man meiner Ansicht nach sehr stark von der Pferdepersönlickeit abhängig machen.
Manche langweilen sich schnell und brauchen öfter neuen Input.
Andere kann man bestimmt auch in den Wahnsinn treiben mit zuviel Abwechslung.
Man muß sein Pferd eben kennen und gut beobachten.
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Ramsbach

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #3 am: 09. Mai 2014, 15:26:41 »

Da muss ich Dir Recht geben Uranus... habe ja nun auch schon seit über 30 Jahren mit Pferden zu tun und früher hat sich wirklich keiner um Bodenarbeit "gekümmert", allerdings ebenso wenig um artgerechte Haltung (Ständerhaltung war üblich) oder um ausreichend Rauhfutterversorgung (2x am Tag reichte).  :-\

Ja, wir machen auch Bodenarbeit, aber eher selten (nur zu Beginn mehr), weil bei uns auch das Fahren an erster Stelle steht.  ;)

Was ich persönlich schlimm finde, sind die Menschen, die es einfach übertreiben... z.B. "Parellianer" (mag ich eh nicht) und man nur noch "dressierte Meerschweinchen" sieht und die Leute nicht mal das Unwohlsein erkennen, sondern noch der Meinung sind, dass die Pferde gerne "spielen". Wenn man aber genau hinschaut, sieht man Pferde, die einfach ihr Programm abspielen, ohne jeglichen Ausdruck im Gesicht.  :P
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Kalti_2013

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #4 am: 09. Mai 2014, 15:50:10 »

Also ich find Bodenarbeit auch wirklich gut und sinnvoll!

Trotzdem muss ich gestehen, dass ich es eher seltener mach also eher reite bzw. später fahre  ;)
Auch mit unsrer Jungstute mach ich eher wenig bodenarbeit und wenn dann beschränke ich mich mehr auf das Führtraining. Meistens mach ich aber die Umwelt unsicher und geh ne Runde spazieren, da sieht Madam nämlich alles was ein Pferd kennen sollte.  :)
Anti-schreck-training hab ich aufgegeben...die ganzen Sachen jucken Bella so gar nicht  ::)
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Flicka

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #5 am: 09. Mai 2014, 20:23:30 »

Also ich finde Bodenarbeit sehr wichtig... und ich LIEBE den Ausdruck im Gesicht der "Ich-reite-nur-hohe-Dressur-und-mach-mit-meinem-Pferd-nicht-solche-Dummheiten"-Reiter wenn sie ne geschlagene halbe Stunde gebraucht haben um ihr Pferd vernünftig an die Aufstiegshilfe zu manövrieren und  ich dann meine Dicke mit dem kleinen Finger ran winke  ;D

Nee im Ernst, ich finde es ist eine echte Erleichterung im Umgang wenn das Pferd mal die Grundkenntnisse in der Bodenarbeit kennen gelernt hat und bin immer wieder erstaunt was manche für einen Aufwand betreiben um im täglichen Umgang klar zu kommen, obwohl man die meisten Probleme mit etwas Übung in den Griff bekommt.
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Jassi

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #6 am: 12. Mai 2014, 16:11:44 »

Ich finde Bodenarbeit super und mir ist sie auch sehr wichtig. Inzwischen wird Bodenarbeit sogar in meinem alten Schulreitstall gelehrt, von dem ich Berta habe. *daumenhoch*

Sie ist mir wichtig, weil:
1. ein Ergebnis meiner ausgiebigen Bodenarbeit (dazu zähle ich auch (bewußtes) Spazierengehen) ist, dass Berta mir am Boden überall hin folgt. Sollte es im Gelände mal brenzelig werden, kann ich immer absteigen und Berta wird sofort ruhig. Da ich das vom Sattel aus (noch?) nicht hinbekomme UND mir Sicherheit im Umgang mit Pferden sehr wichtig ist, finde ich eine gut sitzende Kommunikation vom Boden aus essentiell - man sein Pferd ja auch als super Reiter nicht _überall_ hin reiten ;)

2. Ich liebe es, den Ausdruck des Pferdes beobachten zu können, während wir arbeiten. Ein zusammengekniffenes Maul würde ich von oben ebenso schwer erkennen, wie einen freudig-fragenden Blick in meine Richtung  :-*, das Ohrenspiel alleine sagt zwar schon viel, aber ich mag den Gesamteindruck einfach gern sehen (und ich guck Berta sehr gern an  :-* :-* :-*)

3. Gymnastik an der Hand trainiert wunderbar Muskelgruppen, die ich unter'm Sattel so noch nicht trainieren könnte und die hervorragend zur Reitvorbereitung noch nicht zu reitender Pferden geeignet sind

4. Bodenarbeit ist eine tolle Abwechselung für das Pferd.

5. Man kann mit Bodenarbeit Dinge desensibilieren, die man von oben so nicht bearbeiten kann. Z.B. die Angst vor einer Sprühflasche, vor Wasser an den Beinen, vor Geräuschen von hinten, vor Dingen, die sich um die Beine wickeln, etc...

5. Es ist unheimlich praktisch! Ebenso wie Flickas Pferd kann Berta an der Aufstiegshilfe "einparken"... 8) ich brauche keinen Engpass, damit sie ihren Hintern nicht wegdreht und keinen der sie vorne festhält, damit ich aufsteigen kann.

Bei mir in der Gegend gibt es sehr viele Dressur-Elite-Ställe und was man da beim Ausreiten so manches mal miterlebt ist echt gruselig. Menschen, die ihr Pferd beim Führen kaum halten können, das Pferd total nervös, der Mensch nicht in der Lage am Boden Sicherheit zu vermitteln, leicht panische Rufe quer über den Hof, dass man gerade mit seinem Pferd kommt und alle anderen Platz machen sollen,... echt traurig. Mit im Verhältnis wenig investierter Zeit, würden sich so viele Probleme dauerhaft lösen lassen. Zu Gunsten des Pferdes und zur Sicherheit der Menschen und Pferde. Aber die Borniertheit gegenüber der Bodenarbeit verhindert dies oft. :-X Manchmal glaube ich auch, dass man sich mit einem so "problematischen" und "temperamentvollen" Pferd auch einfach besser brüsten kann...

Bezüglich Parelli kann ich nur sagen, dass mir das logisch aufgebaute System den Einstieg in einen sicheren Umgang mit dem Pferd und in das Verständnis dafür, was ein Pferd motiviert, wie es lernt, warum es wie reagiert und wie ich es wozu bewegen kann, sehr geholfen hat. Als Erwachsener geht man einfach anders ans Pferd als als angstfreies und positiv-gedankenloses Kind. Die Arbeit nach Parelli hat den Grundstein für Bertas und meine Kommunikation gelegt und macht uns beiden sehr viel Spaß. Problematisch wird die Bodenarbeit, wie Ramsbach geschrieben hat, bei denen, die es übertreiben. Das liegt aber weder an der Bodenarbeit noch an Parelli, sondern am menschlichen Individuum. Ohne Bodenarbeit würden solche Menschen ähnlich marionettenartige Pferde eben unter dem Sattel produzieren  :-\... denn dort fehlt schlicht die Empathie und der gesunde Pferdeverstand.

Schließlich, wie auch Frau Z sagt: mit einem guten Pferdeinstikt ausgestatte Leute, welches das Glück haben, ein angstfreies, entspanntes und arbeitsfreudiges Pferd mit natürlicher guter Muskulatur zu haben - für die ist Bodenarbeit vermutlich überflüssig ;). Meine Ex-Reitstallbesitzerin brauchte beispielsweise mit ihrem Pferd keine Bodenarbeit machen (und macht außer gelegentlichem Longieren soweit ich weiß auch keine), um ein wunderbares Verhältnis zu ihr zu haben und sie gut zu bemuskeltn. Aber sie ist auch mit Pferden groß geworden, reitet hervorragend und hat eine Art von natürlicher Autorität und Konsequenz, dass sich Pferde ihr einfach gerne anschließen und ihr eigenes ihr blind vertraut und einen normalen, gesunden Respekt vor ihr hat.
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Sturmhöhe

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #7 am: 12. Mai 2014, 20:35:55 »

Als ich Kind war, gabs sowas wie Bodenarbeit gar nicht.  ::)
Oder zumindest hats keiner gemacht.


Ich finde es vor allem für sehr junge Pferde sehr sinnvoll. Gerade auch, um das Einreiten einfacher zu gestalten.

Später (so ists auch bei mir) wird es dann doch eher hinten angestellt und reiten/fahren wird bevorzugt.

Ob Bodenarbeit Spaß macht und sinnvoll ist, kommt immer aufs Pferd und den Besitzer an. Wenn der Besitzer schon gar keine Lust auf so was hat, dann wird die Bodenarbeit auch nicht sehr fruchtbar sein.


Es gibt aber auch Pferde die das einfach nur als überflüssig erachten und trotzdem "funktionieren".

Ich halte eine gute Mischung für sinnvoll. Je nach Besitzer und Pferd.

Persönlich finde ich die "klassische Bodenarbeit" eher nicht so spannend (für mich und fürs Pony) hingegen Doppellonge, Fahren vom Boden aus/Langzügelarbeit oder auch einfach nur Spazieren gehen oder Spielen mit dem Pferd (ja, das geht auch wunderbar!) macht uns wirklich Spaß.

Und darum gehts ja hauptsächlich: um den Spaß an der Freud!

Man muss ja nicht alles so verbissen sehen und sich zu Bode arbeiten mit der Bodenarbeit.  ;)

Wenn ich manche seelenlos funktionierende Maschinenen der Westernreiterfraktion (ist jetzt nur ein Beispiel aus meinem Umfeld, es gibt bestimmt auch solche in der Englisch/Freizeitreiterei) sehe, dann ist mir mein sehr beseeltes Pony doch tausendmal lieber.  ;)

Würde ich es anders wollen, würde ich ne Harley fahren und kein Kaltblut reiten.  8)
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KZimmer

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #8 am: 13. Mai 2014, 08:02:21 »

Hallo,

als ich reiten lernte, gab´s außer longieren nicht an Bodenarbeit (ist ja auch schon eine Weile her)
Ich persönlich schule meine Pferde vor dem Einreiten mit Bodenarbeit in den Dingen, die ich auch beim reiten brauche, zum Beispiel rückwärts, seitwärts, Vorhand- und Hinterhandwendung und gehe ins Gelände spazieren.
Wenn die Pferde dann geritten sind, reite ich allerdings meistens - ich kann meine Zeit nur einmal verwenden und bei mir liegt ganz eindeutig der Schwerpunkt beim reiten.

Liebe Grüße

Karin
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pacandmelly

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #9 am: 17. Mai 2014, 11:29:35 »

Moin,
Mal ne ganz doofe Frage, geht ihr beim Pferd am Kopf bei der bodenarbeit? Oder fährt ihr von Boden von hinten. Und was bringt die bodenarbeit in der Halle wenn das Pferd keine weiteren Umwelteinflüsse gezeigt bekommt dann ist auch ein Dicker nicht einfach zu Händeln wie somanches Sportpferd
Patrick
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Uranus

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #10 am: 17. Mai 2014, 13:18:29 »

Moin,
Mal ne ganz doofe Frage, geht ihr beim Pferd am Kopf bei der bodenarbeit? Oder fährt ihr von Boden von hinten. Und was bringt die bodenarbeit in der Halle wenn das Pferd keine weiteren Umwelteinflüsse gezeigt bekommt dann ist auch ein Dicker nicht einfach zu Händeln wie somanches Sportpferd
Patrick

Nee is keine doofe Frage ;) Gibt nur doofe Antworten *schmunzel*

Boti ist ja solch Gucker...frei nach dem Motto "ich muss mir alles angucken was so los ist in der Welt"
Deswegen gehe ich mit ihm gerne in der Halle, weil dort die Umweltreize gering sind. Wir machen ganz viele unterschiedliche Dinge. Viel Gymnastik oder auch folgen. Das heißt ich renne in der Halle kreuz und quer und Boti immer hinter her ohne das ich ihn festhalte. Auch mal dehnen oder sein verhastes Aufsteigen. Irgend wo in der Halle steht der Hocker ich führe ihn ran und wenn er stehen bleibt gaaaaaaaaaaanz viel Lob, will er nicht stehen bleiben dackeln wir noch eine Runde.

Als nächstes kommen Seitengänge, ich versuche nach Möglichkeit ihn nicht fest zuhalten, dass er einfach bei mir bleibt bei den kleinen Aufgaben die ich ihn stelle. Da merke ich am besten wenn ich seine Aufmerksamkeit habe. Rennt er weg, war ich zu Langweilig.

Das geht bei uns nur in der Halle, weil Außenplatz offen ist, da wäre er ruck zuck in sein Bett und ich müsste mit wehenden Haaren hinterher laufen...*grins*
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Jassi

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #11 am: 19. Mai 2014, 11:32:06 »

Mal ne ganz doofe Frage, geht ihr beim Pferd am Kopf bei der bodenarbeit? Oder fährt ihr von Boden von hinten. Und was bringt die bodenarbeit in der Halle wenn das Pferd keine weiteren Umwelteinflüsse gezeigt bekommt dann ist auch ein Dicker nicht einfach zu Händeln wie somanches Sportpferd

Ich find' die Frage auch nicht doof!  ;D Hab mir anfangs die gleiche gestellt ;).

Aaaaber ... in der Halle/auf Platz ist alles möglich, jede Führposition und eine fast beliebige Dichte von Umweltreizen.  8) Ich hab mich beispielsweise langsam von der Position am Kopf nach hinten "gearbeitet", so daß ich mein Pferd jetzt auch vorweg schicken kann, ohne dass sie gleich unsicher wird (das war anfangs schon ohne Umweltreize nicht leicht für sie, jetzt geht's auch mit Umweltreizen und sie hat auch gelernt, trotz Sorge weiterzugehen). Für uns bringt Hallenarbeit viel, auch bei Unsicherheiten draußen. Halle ist ja auch nicht = reizarm  ;D. Man kann gruselige Planen nutzen, derzeit arbeite ich mit Klappersack in allen Position (vor dem Pferd, neben dem Pferd, hinter dem Pferd), Stangenarbeit/Stangenmikado für die Trittsicherheit, Podest...

Jede von meinem Pferd mit mir bewältigte Situation, die eingangs mit Sorge/Angst belegt war, trägt grundsätzlich zur ihrer Selbstsicherheit bei und steigert nebenbei ihr Vertrauen in mich - das hilft uns auch draußen. Und gerade eine Desensibilisierung möchte ich in einem Rahmen machen, in dem ich es wirklich in der Hand habe, mit dem richtigen Timing den Gruselreiz runterzufahren, hochzufahren, zu beenden, etc.... denn wenn dann draußen im falschen Moment doch noch was anderes gruseliges passieren würde, wäre das dem angestrebten Ziel nicht so zuträglich und ich könnte wieder von vorne anfangen... So ein Pferd verknüpft halt nicht so gradlinig und logisch wie wir ;).
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Kalti_2013

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #12 am: 19. Mai 2014, 22:55:04 »

@pacandmelly
Ich bevorzuge es auch direkt in die "freie Wildbahn" zu gehen, abgesehen davon dass wir gar keine Halle haben  8)
Trotzdem ist die Arbeit in der Halle/auf dem Platz eine gute Sache sich einen Grundrespekt und das Vertrauen der Pferde zu erarbeiten (besonders bei schreckhaften und unsicheren Pferden), wie Jassi schon schön erklärt hat.
Man kann das auch gut mit der Hundeerziehung beispielsweise vergleichen. Da übt man ja auch nicht gleich neue Lektionen auf der Wiese wo es ganz verführerisch riecht, viele Spielgefährten vorbei kommen usw. Da sind die Gedanken nämlich ganz woanders und was in einer reizarmen Umgebung nicht klappt, klappt draußen erst Recht nicht. Durch den abgegrenzten Platz fühlt sich der Besitzer auch meist sicherer und das überträgt sich sofort auf das Pferdchen.  ;)

Ich bin aber auch der Meinung, dass Anti-Schrecktraining nur in der Halle/auf dem Platz auch nicht das Wahre ist. Irgendwann sollte man mal in's kalte Wasser springen, den draußen kann eine kleine Plastiktüte, die in der Halle gar nicht mehr beachtet wird, plötzlich der Todfeind und ganz schlimm sein.
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Miss Marple

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #13 am: 20. Mai 2014, 07:42:38 »

Ich bin aber auch der Meinung, dass Anti-Schrecktraining nur in der Halle/auf dem Platz auch nicht das Wahre ist. Irgendwann sollte man mal in's kalte Wasser springen, den draußen kann eine kleine Plastiktüte, die in der Halle gar nicht mehr beachtet wird, plötzlich der Todfeind und ganz schlimm sein.

ja so ist es ;)
habe früher immer brav zuhause auf dem Paddock Anti-Schreck- Training gemacht, wenn die gleichen Sachen dann mal außerhalb des Paddock lagen, war der Schreck wieder sehr groß ;D ;D ;D
da reichte es je nach Gemütslage auch schon, wenn die gelbe Tonne nicht an ihrem Platz steht ;)
Heute sind die Herrschaften älter und nicht mehr so schnell aus der Bahn zu werfen (ok so ein Trekker bleibt unheimlich)
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pacandmelly

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Re: Bodenarbeit im wandel der Zeit
« Antwort #14 am: 20. Mai 2014, 18:34:35 »

Hallo,
aha  und Danke, ich bin ja nur Fahrer und son Holzrücker im Nebenerwerb und mein Kollege Ulan ( der mit dem Zopf) ist für mich ne Lebensversicherung. Wenn wir Fahren oder arbeiten gibt er mir und ich Ihm so viel Sicherheit das ich keine Bedenken habe mit Ihm vom Hof zu fahren auch wenn ein Junges Pferd im Zweispänner ist. Wir fahren gerade einen Trakener von meiner Frau ein und bisher machen wir gute Vortschritte, allerdings ist der Trakki ( Ackergaul) schon viel als Handpferd mitgekommen bei Ritt und Kutschfahrt.
Patrick
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