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Autor Thema: Empfehlung Heckenpflanzen  (Gelesen 184 mal)

MannisFine

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Empfehlung Heckenpflanzen
« am: 06. Januar 2019, 19:17:41 »


Meine Pachtweide ist ökologisch ärmlich (Grünland auf mit Schlacke befestigtem Boden) - die Pferde haben keinen Schutz vor Wind und Regen außer dem Stall, den sie aus unerfindlichen Gründen meiden. Außerdem liegt die Weide an einem viel begangenen Weg und ich vermute, daß für die Pferde doch einige Leckereien abfallen - ich hasse das.

Also habe ich überlegt, eine einheimische Hecke oder doch zumindest einige einheimische Sträucher zu pflanzen. Für unseren feuchten Standort würden z. B. Weide, Pappel, Eberesche, Birke infrage kommen. Allerdings wäre es ja besonders schön, wenn ich nur einige Zeit auszäunen müßte - also suche ich eine Pflanze, die sich hier wohlfühlt und die keine Pferdedelikatesse ist. Was meint ihr - gibt es so etwas?

Und wenn ja - ich hatte an den Bezug durch eine Forstbaumschule gedacht; ich will die Naturform und keinesfalls saftige Preise für "schöne" Pflanzen zahlen.

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Chrisa

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #1 am: 06. Januar 2019, 19:20:45 »

Ist Haselnuss ok für Pferde? Die wächst normal so gut, dass sie mit etwas Verbiss klarkommt. Und Wildrose, die is stachlig, da gehen die Pferde wsl nicht so ran.
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fara

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #2 am: 06. Januar 2019, 20:04:47 »

Das einzige ungiftige, was nach Erreichen einer gewissen Größe (sprich so groß, dass er nicht gleich platt getrampelt wird) auch den direkten Pferdekontakt überlebt, weil es nicht vernascht wird, ist Hollunder (OK, genaugenommen ist er auch giftig, wird aber wirklich nicht gefressen). Ist auch relativ schnellwachsend, im Sommer auch schön dicht und schattig (insektenvertreibend) - Im Winter wars das natürlich mit dem Windschutz, da entlaubt.
Alle anderen ungiftigen Heckengehölze überleben direkten Pferdekontakt, besonders auf eher kleinen Flächen, eingentlich nicht, da sie entweder geschält oder aber die jungen Triebe immer radikal verbissen werden... Weide, Hasel, Eschen, Birke, auch Rosen und Weißdorn sowei Schlehen... Letzerere sind durch ihre Dornen vor Totalvernichtung nur geschützt, wenn die Hecken dicht und enstprechend alt sind, das dauert Jahre.. Man muss diese Hecken bzw deren "Kern" eigentlich permenent auszäunen, sodass nur das verbissen wird, was in/über den Zaun hängt, ansonsten ist die Hecke schnell platt, weil sich die Pferde besonders im Winter damit vergnügen...

Wenn du einen schnellen Windschutz brauchst, der den Pferden widersteht, musst du mit einer relativ breiten Totholzhecke anfangen. In dieser wachsen dann meistens diverse heimische Gehölze von selber, weil Vögel genug Samen reinschleppen. Durch die Tothölzer geschützt, kann dann auch was anderes als Hollunder hochwachsen. Vorteil der Totholzhecke ist, dass sie auch im Winter nicht an Dichte verliert, sprich auch dann gegen Wind schützt. Ist natürlich auch ökologisch eine feine Sache - dauert meistens nicht lange, bis sich Vögel einnisten etc. Mann kann sie natürlich sehr rustikal anlegen, oder aber auch geordneter (macht sich auf öffentlich ersichtlichen Plätzen immer besser, weil sie für das unkundige Auge dann einfach hübscher und gewollt aussen). Die Pferde knabbern auch gerne am Totholz rum, man muss sehen, dass man so baut, dass sie nicht alles rausziehen können - dann wird da recht fix ein eigenständiges Biotop draus. Die Büsche kann man wie gesagt auch reinpflanzen - man muss dann halt sehen, dass sie so stehen, dass die Pferde nicht rankommen (Totholzheckenaußenseite).
Totholz gibts im die nächsten Monate reichlich - Obstbaumschnitt, die Gemeinden gehen jetzt auch in die Baumpflegesaison, da kann man viel Baumaterial bekommen (immer drauf achten, dass es keine giftigen Gehölze sind).

Edit:
Brauchst eigentlich keine der genannten Pflanzen kaufen. Vieles wächst auf Halden etc pp in ausreichender Menge, wo es zum einen nicht auffällt, wenn man was ausgräbt, zum anderen stört es meistens eh keinen. hollunder z.B. ist dort, wo er wächst, eher schon Unkraut und hat rings um sich ganz viele kleine Neupflänzchen stehen. Weiden kannst du jetzt schneiden und stecken. Nur nicht gerade Saalweide nehmen, bei der funktioniert Stecklingsvermehrung nicht. Hasel funktioniert idR auch über Stecklinge (= jüngeren Ast in Boden und feucht halten)
« Letzte Änderung: 06. Januar 2019, 20:09:44 von fara »
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Hattichen

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #3 am: 06. Januar 2019, 20:24:14 »

Ich habe auf einer ganzen Länge unter anderem Haselnüsse, Schlehenhecke, Hagebutte stehen, durchsetzt mit diversen Beeren wie Brombeeren (heißt auf Luxemburgisch Päerdsbier also Pferdebeeren) und Himbeeren.
Vor diesen Hecken und Beerensträuche habe ich eine Stromlitze so verlegt dass die an die äußeren Wüchse ran kommen, den Kern jedoch nicht erreichen. Solange der Kern nicht zerstört wird macht das den Hecken recht wenig aus.

Im Herbst, nachdem die Früchte sowie die meisten Blätter weg sind, schneide ich die an/abgefressenen Äste zurück und die anderen stutze ich damit die nicht zu hoch wachsen.

Von Rosen würde ich abraten, mir wurde immer gesagt dass die nicht sehr gesund für Pferde sind.

Hier noch eine Seite mit Giftpflanzen für Pferde.
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MannisFine

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #4 am: 06. Januar 2019, 20:27:47 »


Danke, @Chrisa, @fara, @Hattichen!

Mit euren tollen Infos versehen brauche ich jetzt "nur" noch den Verpächter zu überzeugen - ich sehe schon die rollenden Augen, aber einen Versuch ist es immer wert.
Das mit dem Totholz als Windschutz finde ich eine sehr gute Idee - vielleicht würde es ja reichen, mit einigen Metern anzufangen. Der Rest könnte ja "normal" werden. Und - na, ja - "ausgraben"? Warum eigentlich nicht?:-)

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Chrisa

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #5 am: 06. Januar 2019, 20:46:53 »

Der Tip mit der Totholzhecke gefällt mir für den Garten zuhause auch gut. Wir wohnen am Land und mein Garten ist eh sehr 'naturnah' gehalten (früher nannte man das 'ungepflegt' oder 'verwildert', heute ist das Trend  ;D) und da würde so ein Fleckchen noch gut passen. Mal sehen, was mein GöGa dazu sagt  ;)
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fara

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #6 am: 06. Januar 2019, 21:04:09 »

Und - na, ja - "ausgraben"? Warum eigentlich nicht?:-)


Genaugenommen ist Ausgraben die einzige Möglichkeit, wirklich autochtones Pflanzgut zu erhalten. Das, was du in normalen Baumschulen und Baumärkten bekommst, ist häufig schon züchterisch irgendwie veredelt und/oder kommt von sonstwoher. Gärtnereien, die genetisch heimische Pflanzen ziehen, sind rar und die Pflanzen oft teurer als die komerzielle Massenware...
In Siedlungsnähe kann es natürlich auch sein, dass man verwilderte "Gärtnerpflanzen" ausgräbt
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MannisFine

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #7 am: 06. Januar 2019, 21:10:41 »


Ich hatte, als ich noch naiver als heute war, einmal einen Förster gebeten, in seinem Revier Holunder ausgraben zu dürfen. Nichts zu wollen! Waldfrevel usw.

Tatsächlich habe ich gestern abend eine Forstbaumschule entdeckt, die ggfs. Brauchbares angeboten hätte - http://www.selders-huenxe.de/sortiment.html
Aus den von Dir genannten Gründen würde ich nicht im Baumarkt oder in normalen Baumschulen kaufen.
Wenn hier alles klar ist, werde ich noch einmal die Optionen wägen - Forstware ist übrigens nicht teuer und ich könnte schon Heister (größere Pflanzen) kaufen, damit das Ganze etwas schneller geht.

Ich werde berichten.

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Pinto

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #8 am: 06. Januar 2019, 21:18:34 »

Wir haben Hainbuche gepflanzt. Holunder und Hagebutte wächst entlang unseren Koppeln sowieso wie Unkraut. Beides sehr lecker und gesund. Holunder für Saft und Gelee. Hagebutte als Tee und getrocknet als Leckerlie und Kraftfutterbeigabe für die Pferde.
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KZimmer

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #9 am: 07. Januar 2019, 06:56:51 »

Hagebutte ist Wildrose/Hundsrose, mit dem Mistzeug habe ich mich am Samstag beim Zaunfreischneiden rumgeärgert. Bitte beachten, dass das Zeug ganz schön lange Triebe entwickeln kann und sich beim Zurückschneiden heftig wehrt, gilt auch für Brombeersträucher - die können Dir den Zaun umlegen, wenn Du sie nicht konsequent klein hältst.
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Pinto

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #10 am: 07. Januar 2019, 08:16:36 »

Hagebutte ist Wildrose/Hundsrose, mit dem Mistzeug habe ich mich am Samstag beim Zaunfreischneiden rumgeärgert. Bitte beachten, dass das Zeug ganz schön lange Triebe entwickeln kann und sich beim Zurückschneiden heftig wehrt......

Selber anpflanzen würde ich's auch nicht. Aber es ist halt da. Die Gemeinde pflegt es nur, wenn man Ihnen ordentlich auf die Füße steigt.
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Hattichen

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #11 am: 07. Januar 2019, 10:30:52 »

Hagebutte ist Wildrose/Hundsrose, mit dem Mistzeug habe ich mich am Samstag beim Zaunfreischneiden rumgeärgert. Bitte beachten, dass das Zeug ganz schön lange Triebe entwickeln kann und sich beim Zurückschneiden heftig wehrt, gilt auch für Brombeersträucher - die können Dir den Zaun umlegen, wenn Du sie nicht konsequent klein hältst.
Ich finde das trimmen geht mit meiner Motorheckenschere sehr gut.
Für den Rest, ich habe bei der regelmäßigen Kontrolle des Weidezauns immer eine Hand-Heckenschere bei und kürze dann hier und da, wo es gebraucht wird.
Für den Rest haut mein Elektrozaun die Triebe weg, sterben ab wo sie auf dem Zaun liegen.

Und auf Brombeeren kann ich nicht verzichten, die sind einfach zu Lecker. Muss mich immer, beim Naschen, zurück halten damit ich wenigstens ein paar Marmeladengläser bekomme.

Hagebutte habe ich bis jetzt nie gepflügt, die Idee den Pferden die trocken als Leckerli zu geben finde ich jedoch gut. :)
Auch hier hat meine Heckenschere keine Probleme.

Den Schnitt lasse ich generell in den Hecken liegen, damit die verrotten können, was wiederum dem Kleinstvieh und damit auch den Igeln, Vögeln und ko hilft.
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Wildflower

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #12 am: 07. Januar 2019, 11:03:49 »

Ich hätte auch Holunder vorgeschlagen, doch hätte ich den nicht irgendwo ausgegraben denn der wachsen nicht besonders schnell. Ich denke, du bist besser drann wenn du schon entsprechend große Bäume/Büsche kaufst.
Rosen finde ich nicht schlecht, gerade auch weil sie sehr hoch werden können und dann das rüberwerfen von Leckerlis auf die Weide erschwert wird..... ::) Die Hagebutten sind sehr vitaminreich und prima Leckerbissen für die Pferde. Auch Rosenblüten sind eßbar und ich denke nicht, das die Blätter giftig sind. Ob die Pferde wegen der Stacheln (Dornen ist die falsche Bezeichnung, stirbt aber leider nicht aus) an die Rosen gehen würden, weiß ich nicht. Und ja, Rosen können zum Unkraut werden weil sie Ausläufer treiben. Aber dadurch erhällt man eine schöne dichte Hecke, gute Abwehr gegen "liebe Menschen" ;) Brombeeren wäre sicherlich auch eine Alternative, aber die Ranken sind wirklich fies...... ::) >:( Und wuchern tun die auch nicht schlecht.
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Hesse

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #13 am: 07. Januar 2019, 21:55:20 »

Hainbuche kann wegen der Oxalsäure Lebensgefährlich sein . Muss zwar nichts passieren könnte aber . Sind einem Landwirt im Norddeutschen vor Jahren etliche Rinder dran krepiert .
Hecke aus Totholz wird teilweise auch Benjeshecke genannt bei der allwissenden Tante G findet man Tipps zum Anlegen .
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MannisFine

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Re: Empfehlung Heckenpflanzen
« Antwort #14 am: 07. Januar 2019, 23:07:08 »


Danke wegen der Oxalsäure, @Hesse. Kopfkratz - ist doch auch in Klee?! Aber egal. Buchenhecke kann ich mir eh nicht leisten bei meinen Freßsäcken.
Mit der Benjeshecke überlege ich tatsächlich...

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